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Lilian Harvey Artikel
Lilian Harvey (*19.01 1907 in London; † 27.07 1968 in Juan les Pins in Frankreich) hieß mit richtigem Namen Lilian Helen Muriel Pape und war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.
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Während des 1. Weltkrieges hält sich Familie Pape gerade in Magdeburg auf (der Vater ist ein Kaufmann aus dieser Stadt) und konnte darum nicht nach England zurück. Das Mädchen Lilian wird in die Schweiz nach Solothurn zur Tante verschickt. 1923 macht sie ihr Abitur in Berlin, wo sich die Familie inzwischen niedergelassen hat. Danach löst sie sich von der häuslichen Umgebung. Sie besucht die Ballettschule der Deutschen Staatsoper und erhält erste bezahlte Auftritte als Tänzerin in Ungarn und Österreich. Zugleich nimmt Lilian Pape auch nun den Mädchennamen ihrer Großmutter an: Harvey.
Von jetzt ab geht es mit der Karriere steil bergauf. Sie spielt in mehreren Stummfilmen und erhält bereits 1925 im Film Leidenschaft als Partnerin von Otto Gebühr die Hauptrolle. Mit Willy Fritsch, mit dem sie später noch 11 weitere Filme dreht, steht sie erstmals 1926 in der Operettenverfilmung von Die keusche Susanne vor der Filmkamera. 1930 kommt der entscheidende Durchbruch: Im romantischen Komödienfilm Liebeswalzer wird sie mit Fritsch zu dem Traumpaar der deutschen Films. Lilian Harvey selbst wird in der Folgezeit zu dem süßesten Mädel der Welt, wie die Presse schreibt. Die nachfolgenden Filme werden auch in England und Frankreich synchronisiert und dadurch wird Lilian Harvey auch in dem Ausland bekannt. Sie wird nach Hollywood eingeladen, dreht dort vier Filme, allerdings nicht sehr erfolgreich.
1935 kehrt Lilian Harvey nach Deutschland zurück. Doch die politische Situation hat sich verändert. Sie versucht ihren Freund und Regisseur Paul Martin zu protegieren, doch längst haben die Nationalsozialisten das kulturelle Ruder übernommen. Nachdem bekannt wird, dass sie noch stets jüdische Kollegen in ihrem Haus empfängt, wird sie von der Gestapo beobachtet und gilt in der Folgezeit als unzuverlässig.
Lilian verlässt Deutschland und emigriert nach Frankreich nach Juan les Pins. Doch als die deutschen Truppen auch in den französischen Süden kommen, geht sie 1941 abermals nach Hollywood. Zuvor hat sie durch Auftritte vor französischen Soldaten und in der Schweiz für die Stärkung der Kriegsmoral gesorgt. 1943 erkennt das Hitlerregime Lilian die deutsche Staatsbürgerschaft ab.
Nach dem Krieg in dem Jahre 1946 kehrt Lilian Harvey nach Paris zurück. In den folgenden Jahren unternimmt sie Gesangstourneen durch Skandinavien und Ägypten. Auch in Deutschland, wohin sie 1949 zurückkehrt und Theaterrollen annimmt, wird sie freudig begrüßt. Allerdings muss sie wegen einer Lungenerkrankung einen längeren Sanatorienaufenthalt in der Schweiz hinnehmen. In dem Jahre 1953 heiratet sie den dänischen Theateragent Hartvig Valeur-Larsen, eine Beziehung, die nicht lange glücklich ist, 1955 reicht Harvey die Scheidung ein. 1955/1956 lernt sie auf einer Gastspielreise durch die damalige DDR Else Pitty-Wirth kennen, die von nun an ihre Lebensgefährtin und Mitarbeiterin wird. Die Scheidung von Valeur-Laren erfolgt 1957. Von der Bundesregierung erhält Lilian Harvey eine Entschädigung in Rentenform für das in der Nazizeit eingezogene Vermögen. Sie erhält 1965 das Filmband in Gold für ihre Verdienste für den deutschen Film. Auch wird ihr der Bambi 1967 verliehen.
Lilian Harvey stirbt 1968 in Juan les Pins zurückgezogen in ihrem eigenen Hotel an einer verschleppten Gelbsucht.
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- Liebeswalzer (1930)
- Hokuspokus (1930)
- Die Drei von der Tankstelle (1930)
- Der Kongreß tanzt (1931)
- Ein blonder Traum (1932)
- Das gab's ca. einmal (1958)
- Miquette (1940)
- Sérénade (1940)
- Frau am Steuer (1939)
- Castelli in aria (1939)
- Capriccio (1938)
- Fanny Elssler (1937)
- Sieben Ohrfeigen (1937)
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